Er hatte sich nicht angekündigt, nicht dunkle Wolken, nicht durch ein Donnern, nichts! Dieser gewaltige Sturm war einfach aus dem Nichts losgebrochen.
Das Wasser das bei ihrer Abfahrt noch so freundlich, strahlend wie blaue Augen gefunkelt hatte, hatte sich von einem Moment in den Andern in tief schwarze, vor Zorn blitzende Augen verwandelt und schlug mit seinen starken, brutalen Fäusten gegen die dünne Bootswand, es schrie: „Ich hole euch, ihr werdet mir nicht entkommen!“ und sie glaubten ihm. Sie glaubten sie seien verloren. Die Angst die sie sonst so tief in sich vergraben hatten, kam hervor und zog sie in ihren Bann. Das vertrauen, das sie sonst geglaubt zu haben, war von ihr vollkommen verdrängt worden.
Der Tot füllte ihre Gedanken aus. Voller Panik schrien sie um ihr Leben. Sie schrien nach der Ruhe, nach dem Frieden, nach der Rettung – sie schrien nach Jesus. Dieser erhob sich völlig unbeeindruckt vom Sturm, aber der Blick in die vor Angst erfüllten Augen machte ihn traurig. Wieso vertrauten sie ihm nicht? Wieso stellten sie durch ihre Angst seine Allmacht in Frage? Hatten sie ihn nicht den ganzen Tag begleitet, hatten sie sein Handeln nicht gesehen?
Wieso richteten sie ihre Schrei nur als Versuch, nicht aber als wahre Hoffnung auf Rettung an? Er hob seine Hand und zerriss in einem Augenblick den Sturm. Seine Drohungen verpufften wie heiße Luft, gegen Jesus hatten sie keine Macht. Auch heute blickt Jesus uns an und fragt voller Trauer: „Wo ist dein Vertrauten?“ Völlig fixiert auf unsere Probleme vergessen wir, dass er, der Schöpfer des ganzen Universums, mit uns im Boot sitzt. Ja, Er hat den Sturm zugelassen, aber er sagt du musst ihn nicht allein durchleben. Er sagt „Wenn du nur ein bisschen Vertrauen hast, dann meistre Ich den Sturm.
Warum schauen wir in unsrer Verzweiflung nur auf das Problem, aber nicht auf den der die Lösung hat? Anstelle uns zusagen wie groß Gott ist, sagen wir uns ständig wie groß das Problem ist. Wir sprechen Niederlagen aus, anstelle von Sieg. Obwohl wir mit dem der den größten Sieg erlangt und den Tot überwunden hat, im selben Boot sitzen, schenken wir den hohen Wellen um uns mehr Beachtung als ihm.
Warum richten wir unser Gebet nur als ein „man kanns ja mal probieren“ und nicht als ein „das Problem ist groß aber du bist größer!“ an ihn!?
Es wird Zeit zu glauben!
In dem ganzen menschlichen Versagen wird es Zeit für göttliches Gelingen. Er hat die Bedingung schon geschaffen. Er ruft uns und sagt „gib mir das Ruder in die Hand, ich führe dich aus dem Sturm!“
Und wenn du nicht genug Glauben hast, dann bete einfach „Herr, gib mir Glauben!“ Verherrliche ihn indem du ihm erlaubst deinen Sturm zu stillen. Richte deine Augen auf den, der dich unendlich liebt – Er wird dich nicht enttäuschen!
24.Juni.11 Jessica Sterzer



